Microsoft OneDrive ist Teil von Office 365 und wird immer häufiger von Unternehmen eingesetzt. In diesem Artikel geht es darum, wie Microsoft OneDrive in virtuellen Desktop Infrastrukturen (VDI) verwendet werden kann. Der Fokus des Artikels liegt auf Multi-Benutzer Umgebungen mit Server 2019 oder Windows 10 VWD, er kann aber auch in anderen Szenarien eingesetzt werden.

OneDrive kann das Benutzerprofil sehr schnell anwachsen lassen und erfordert mehr lokale- oder On-Prem Speicherkapazität. Hinzukommt, dass Benutzer die Endgeräte häufig wechseln, was wieder Einfluss auf die Anmeldezeiten hat. Wie man OneDrive in VDI Umgebungen richtig einsetzen kann, möchte ich im Folgenden genauer erklären.

 

Microsoft OneDrive Problem in VDI Umgebungen

Beginnen wir damit, dass OneDrive für Einzelbenutzer-Systeme und nicht für Multibenutzer-Systeme entwickelt wurde, was schon grundsätzlich ein Problem darstellt. VDI Umgebungen sind heutzutage normal und verständlicherweise wollen Unternehmen OneDrive auch auf diesen Desktops verwenden. OneDrive synchronisiert Daten zwischen dem Benutzer-Endgerät und der Microsoft Cloud, mehr jedoch nicht. Kunden verschieben alle ihre Daten in die Microsoft Cloud, um die Anforderung an Speicherkapazität in dem eigenen Datacenter zu reduzieren. Am Anfang hat OneDrive sämtliche Daten des Benutzers oder ausgewählte Daten auf das Gerät des Benutzers synchronisiert.

Auf diesem Weg kommen aber die Daten wieder zurück ins Unternehmen, nur verteilt auf verschiedene Endgeräte. In einer VDI Umgebung werden die Daten im Profil des Benutzers gespeichert und dann final auf einem Speichersystem im Datacenter. Somit wird nichts gewonnen, außer dass die Daten jetzt mehr verteilt sind.

Microsoft hat dieses Problem erkannt und damit die Funktion "Dateien bei Bedarf" eingeführt. Mit "Dateien bei Bedarf" werden keine Daten automatisch synchronisiert, sondern nur, wenn der Benutzer diese benötigt. Das ist großartig, da hierdurch die Menge an Daten reduziert wird und nicht mehr ins Datacenter kommen. Benutzer können allerdings schnell sämtliche Daten anfordern und damit wieder das Profil "aufblasen" und somit Speicherplatz im Datacenter benötigen. Damit bei den Profilgrößen weiterhin die Anmeldung schnell geht, sollten virtuelle Disks verwendet werden wie mit FSlogix oder Citrix UPM Containerdisks. Trotzdem wird wieder Speicherkapazität benötigt und genau das wollte man ja gerade nicht. Übrigens, "Dateien bei Bedarf" erfordert Server 2019 oder Windows 10 mit den neuen Dateiattributen für Cloud Inhalt.

Ein weiteres Teil des Puzzles, um das Problem zu lösen, besteht in Microsoft Storage Sense. Mit Storage Sense wird Cloud Inhalt automatisch freigegeben, also lokal gelöscht verbleibt jedoch in der Cloud. Der gleiche Vorgang geht mit OneDrive und einem Rechtsklick auf eine Datei. Hier gibt es dann den Punkt "Speicherplatz freigeben" und löscht somit auch die Datei lokal. 

Mit Server 2019 müssen über Powershell die Pro-Benutzer Storage Sense Richtlinien konfiguriert werden (später per GPO). Das Minimum für Cloudinhalte, bevor diese freigegeben werden, beträgt einen Tag, aber auch der Reinigungsprozess des Systems läuft minimal nur einmal am Tag.

In VDI Umgebungen stellt das wieder ein Problem dar! Der Reinigungsprozess läuft nur einmal am Tag und keiner weiß wann! Mit Benutzern, die sich am Tag eventuell mehrfach an- und abmelden, kann es schwer werden, genau den Zeitpunkt zu treffen, an dem die Bereinigung läuft. Somit kann es sein, dass es für Benutzer nie läuft oder, wenn es endlich läuft, die virtuelle Disk so angewachsen ist, dass diese wieder komprimiert werden muss.

Am Ende haben wir mit Storage sense und Dateien bei Bedarf nichts gewonnen. Jetzt könnten einfach der Ordner oder Inhalt von OneDrive bei der Abmeldung komplett gelöscht werden oder einfach z.B. über die FSLogix redirection.xml nicht mitgenommen werden. Hiervon muss ich jedoch abraten, da es beim Start von OneDrive oft zum Absturz der Anwendung kommt.

 

Der OneDrive VDI Workaround

Was für VID Umgebungen notwendig wäre, ist dass Storage Sense den Reinigungsprozess bei der Abmeldung des Benutzers ausführt und dabei sämtlichen Cloudinhalt freigibt. Aktuell ist das aber leider keine Option mit Storage Sense. Es müsste eine Storage Sense Option geben wie: "Freigeben von Dateien bei Abmeldung" und diesnicht erst nach einem Tag. Es gibt Hinweise, folgenden Befehl auszuführen cleanmgr.exe /autoclean /d, um Dateien freizugeben, dies funktioniert jedoch nicht auf Pro-Benutzer Basis.

Die Lösung besteht darin, ein Powershell Skript bei Abmeldung auszuführen, und dafür muss noch nicht einmal Storage Sense konfiguriert sein! Das Skript geht durch den gesamten OneDrive Ordner des Benutzers und gibt heruntergeladenen Cloudinhalt frei. Ausgenommen sind hier Dateien, die markiert wurden, um auf dem Gerät zu bleiben oder URL Dateien. Damit sind die Dateien nicht mehr im Profil und halten die Datenmenge auf ein absolutes Minimum. Das ist genau, was in einer VDI Umgebung notwendig ist. Hinzu kommt, das keine Ausnahmen oder sonst was für OneDrive konfiguriert werden muss.
Nachteil ist eine eventuelle kurzfristig erhöhte CPU-Nutzung, wenn das Skript ausgeführt wird. Auch kann keine FSLogix Office Container verwendet werden, da diese extra Disk sofort bei der Abmeldung getrennt wird und damit das Skript keinen Ordner oder Inhalt von OneDrive finden wird.

Das Powershell Skript kann über Microsoft Gruppenrichtlinien oder über Citrix Workspace Environment Manager nach der Version 1912 bei Abmeldung ausgeführt werden. Der Download Link zum Powershell Skript ist am Ende des Artikels zu finden.

 

Das mysteriöse OneDrive Problem

Selbst nach einigen Jahren und auch außerhalb von VDI Umgebungen gibt es noch ein ungelöstes OneDrive Problem! Aus noch unbekannten Gründen werden OneDrive Daten wie von "Geisterhand" gelöscht bzw. in den Papierkorb verschoben. Teilweise berichten Benutzer, dass Tausende von Dateien plötzlich gelöscht worden seien und müssen dann mühsam online wiederhergestellt werden. Da das Problem nicht reproduzierbar ist, tut sich auch Microsoft unheimlich schwer, diesen Fehler zu beheben. Sollte es eine Lösung geben, dann wäre ich sehr daran interessiert!

 

PowerShell Download Link

Der Download geht nur mit Angebe von Namen und E-Mail Adresse. Sollten Sie die Speicherung der Daten nicht wünschen, dann schreiben Sie mir einfach eine E-Mail oder verzichten auf den Download.

Downloadfree-up-space.zip

Lassen Sie mich wissen, was Sie über meinen Weg der OneDrive Nutzung halten!


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